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Rafael Baltzer auf dem Weg zum Weltfinale

Gerbracht Ralf 04.07.2019

Der 11-jährige Ennepetaler Kartfahrer gewinnt in Belgien vier Mal bei vier Starts. Die Familie ist immer dabei

Rafael Baltzer aus Ennepetal freut sich über seinen Sieg in Genk, in dem er den „Dab“ macht. Der schnelle Kartfahrer steht kurz vor der Qualifikation für das Weltfinale im italienischen Sarno.                                              <b>Timo Deck</b>
Rafael Baltzer aus Ennepetal freut sich über seinen Sieg in Genk, in dem er den „Dab“ macht. Der schnelle Kartfahrer steht kurz vor der Qualifikation für das Weltfinale im italienischen Sarno. Timo Deck
 

Fabian Vogel

Ennepetal/Genk. Kurz vor der Ziellinie gibt Rafael Baltzer noch einmal richtig Gas, um dann einen Bruchteil von einer Sekunde später den Fuß vom Pedal und die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Der elfjährige Ennepetaler schnellt in seinem Kart über die Ziele und macht den „Dab“ – eine Geste, die der französische Fußballer Paul Pogba einst bekannt machte. Der Grund für den ausgelassenen und besonderen Jubel von Rafael Baltzer ist der vierte Sieg im vierten Rennen auf der Strecke im belgischen Genk – womit sich der junge Kartfahrer auf dem besten Weg zum Weltfinale begibt.

Hinter ihm liegt ein ganz besonderes Wochenende, das ist auch seinen Eltern Isabel und Markus Baltzer anzumerken. „Bis auf ein Training hat er immer die schnellste Runde gefahren“, sagt Rafaels Vater Markus voller Stolz. Er selbst ist für die Feineinstellungen am Kart zuständig und sorgt damit noch einmal für die Extraportion Geschwindigkeit. Und diese Geschwindigkeit hat der Schüler von der St. Jakobus-Sekundarschule in Breckerfeld am vergangenen Wochenende wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Fans machen auf sich aufmerksam

In allen vier Rennen, die auf der langen Piste in Genk gefahren wurden, konnte Rafael Baltzer am Ende die Hände nach oben reißen und den Sieg bejubeln. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung der Rotax Max Challenge – dort startet Baltzer mit seinen elf Jahren noch in der sogenannten Micro-Klasse. Die Aussichten, dass er eines Tages mal in größeren und noch schnelleren Gefährten sitzt, sind aber da.

Wieder einmal angefeuert wurde der schnelle Ennepetaler von einer großen Gefolgschaft, diese begleitet ihn immer wieder zu den Rennen – und macht sich lautstark und optisch auch immer bemerkbar. „Da sind dann immer alle mit dabei, von Schwester über Eltern bis zum Opa“, schildert Vater Markus Baltzer. In Genk durfte sich Rafael Baltzer zudem über die Unterstützung eines Klassenkameraden freuen.

Dabei wird auf großen Luxus an diesen Wochenenden immer verzichtet, nur der Großvater des kleinen Rennfahrers nächtigt immer in in der Nähe liegenden Hotels. „Wir schlafen alle immer im Transit“, sagt Markus Baltzer. Es ist diese besondere Atmosphäre unter den Rennsportbegeisterten, die abends am Grill in stundenlange Fachgespräche mündet – unabhängig davon, ob die Konkurrenz von Rafael Baltzer nun dabei ist oder nicht. Denn unter den jungen Fahrern ist die Rivalität noch nicht so groß, viel mehr entstehen Freundschaften durch das ständige Aufeinandertreffen auf und an den Rennstrecken.

Und sie sehen immer öfter, wie Rafael Baltzer der Konkurrenz davon fährt und Wertungslauf für Wertungslauf für sich entscheidet. In der Gesamtwertung hat er nach drei von vier Rennwochenenden einen Vorsprung von 34 Punkten auf Platz zwei. „Da kann noch viel passieren, aktuell sieht es wirklich sehr gut aus“, sagt Markus Baltzer. Bleibt der Sohnemann im Tableau ganz vorne, startet er beim Weltfinale im italienischen Sarno im Oktober. Es wäre der nächste Höhepunkt in der noch jungen Karriere des schnellen Ennepetalers. Doch davor sind noch Rennen im hessischen Wittgenborn zu absolvieren – wo Rafael Baltzer wieder außergewöhnlich über seine Siege jubeln will.

Westfalenpost/Westfälische Rundschau, Ausgabe Donnerstag 4. Juli 2019 "Der lokale Sport"