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TG Voerde Handballerinnen

Gerbracht Ralf 24.08.2019
Sie haben aus den Fehlern gelernt
Das Auf und Ab der Handballerinnen der TG Voerde soll in der kommenden Saison ein Ende finden. Für den Klassenerhalt in der Bezirksliga bereitet sich das Team intensiv vor
Nur als Team können die Handballerinnen der TG Voerde in der kommenden Saison den Klassenerhalt in der Bezirksliga erreichen.                                              <b>Isabelle Rust</b>
Nur als Team können die Handballerinnen der TG Voerde in der kommenden Saison den Klassenerhalt in der Bezirksliga erreichen. Isabelle Rust
Isabelle Rust

Ennepetal Die jungen Frauen reihen sich vor dem gestrichelten Scheinkreis auf, jede mit ihrem Ball in der Hand. Ihnen gegenüber türmt sich Torhüterin Esra Simsek auf. Nach drei Schritten feuern die Mädels ihre Bälle in Richtung Tor und bei jedem Mal schnellt Simseks rechtes, dann linkes Bein nach oben und wehrt die Geschosse ihrer Teamkolleginnen ab. Trotz der harten Aufpraller zuckt Simsek nach dem Einwerfen nicht mal mit der Wimper.

Ein mehr oder weniger bekanntes Abenteuer steht den Mädels der TG Voerde bevor: Die Bezirksliga. Zur großen Freude der ersten Mannschaft geht es in der nächsten Saison nämlich wieder bergauf. Nach einem arbeitsintensiven Jahr in der Kreisliga haben sich die Handballmädels wieder in die Bezirksliga gekämpft und ziehen ihr Training mit Trainer Christian Hohmann deutlich an. Denn einen Fauxpas wie im Verlauf der vergangenen zwei Jahre wollen sie tunlichst vermeiden. Da sind sie nämlich auf- und danach wieder abgestiegen.

Unangenehm wollen sie sein

„Wir wollen von Anfang an Gas geben. Darauf sind auch unsere Trainingseinheiten aufgebaut“, erklärt Esra Simsek, die starke Frau im Tor. Bereits in rund drei Wochen, am 15. September, dürfen die Voerder Handballer mit einem fulminanten Heimspieltag den Startschuss für die neue Saison geben und ihre ersten Herausforderer in der Halle am Reichenbach-Gymnasium in Empfang nehmen.

Nach langer Zeit stellen die Voerder mit großer Begeisterung wieder fünf Mannschaften der Senioren, zwei Damen- und drei Herrenkader. Für die erste Damenmannschaft bedeutet die Vorbereitung bis zum ersten Spiel jedoch noch einiges an Schweißarbeit. Ziel ist es, verletzungsfrei zu bleiben und die konditionelle Leistung zu steigern. Insbesondere die Laufeinheiten sind bisher noch Mangelware, bis dato wurde der Umfang der Laufeinheiten jedem selbst überlassen.

Auch vier Testspiele standen schon auf dem Trainingsplan, dabei traten die Mädels gegen Gegner vom Niveau der Kreisliga bis hin zur Oberliga an, Verstärkung gab es teilweise aus der eigenen Reserve. Nachdem sich das Team im letzten Jahr bedauerlicherweise in der laufenden Saison auflöste, treten die Mädels in dieser Saison wieder mit Verstärkung der HSG Gevelsberg-Silschede auf.

Am Zusammenspiel wird noch gepfeilt

Verbesserungsbedarf besteht bei den ersten Damen insbesondere beim Zusammenspiel, das im Hinblick auf die übrigen vier Wochen bis zum Saisonstart intensiv in der Halle aufgebaut werden soll. Auch die Laufwege und spielerischen Feinheiten müssen noch angepasst und miteinander abgestimmt werden. Coach Hohmann, der seit der letzten Saison den Ton im Team angibt, experimentiert bislang noch bei der Besetzung der Positionen. Bis zur Bekanntgabe seiner letztendlichen Entscheidung spannt er die Damen noch auf die Folter.

Im Training setzt er vor allem auf die Geschwindigkeit im Spiel. „Unser Tempospiel hat sich definitiv durch unseren Trainer verändert“, gibt Simsek zu. Bevor es Mitte September ernst wird, wird ihr spielerisches Können noch dreimal auf die Probe gestellt . Darunter der von der TG Voerde ausgetragene BDT Cup, der am 31. August mit einer Damen- und am Tag darauf mit einer Herrenrunde in den Startlöchern steht.

Simsek, die nicht nur erfolgreiche Keeperin, sondern auch als inoffizielle Co-Trainerin agiert, zeigt sich im Hinblick auf die kommende Saison sehr ambitioniert. „Wir wollen von Anfang an klarmachen, dass wir kein leichter Gegner sind“, so die 27-Jährige. „Wir kämpfen bis zur letzten Minute um jeden Punkt.“ Im Gegensatz zum vergangenen Aufstieg, werden die Mädels um Rückraum-Kanone Felina Freund, Kreisläuferin Michaela Dörnen & Co. nun in der Staffel Ruhrgebiet statt Südwestfalen einsteigen.

Ruhrgebiet statt Sauerland

Das bedeutet, dass sie auf Mädels mit Ruhrpott-Power treffen werden. Das Saisonziel steht fest: Verletzungsfrei bleiben und den Klassenerhalt sichern. Bestenfalls wollen sie am Ende in der Mitte der Tabelle stehen. „Wir haben uns letztes Jahr vorgenommen aufzusteigen, das haben wir jetzt geschafft und da müssen wir jetzt weiter dran arbeiten“, fasst Simsek zusammen.

Zum Wechsel in die Saison 2019/20 verzeichnet die Mannschaft auch personelle Änderungen. Katrin Rudat, die eine der jahrelangen Konstanten der Mannschaft war, setzt sich nun abseits des Spielfelds als Betreuerin ein. Außerdem wurden Helenah Hidde und Sofia Grube aus der ehemaligen Reserve hochgezogen und in das neue Team integriert. Auch Melissa Hohmann, Tochter des Trainers, konnte sich sehr gut im Team eingliedern, was nicht nur an dem Training in der Halle lag. Nach der ersten Trainingseinheit wurde nämlich im mexikanischen Stammlokal noch mit dem einen oder anderen Getränk angestoßen, wodurch Melissas Aufnahme feierlich besiegelt wurde. „Wir sind zu einer kleinen Familie zusammen gewachsen“, erklärt Simsek den Zusammenhalt ihrer Mannschaft.

Westfalenpost/Westfälische Rundschau, Ausgabe Freitag 23. August 2019 "Der lokale Sport"